Die Arbonerinnen und Arboner wissen, worauf sie sich mit mir einlassen. Ich bin für sie keine Blackbox. Seit 18 Jahren bin ich für Arbon tätig. Bisher als Pfarrer. Ich würde mich riesig freuen, mich zukünftig als Stadtpräsident für Arbon einsetzen zu können. Und zwar langfristig – am liebsten zwei oder noch besser drei Amtsperioden.
Ich will in Arbon einige Dinge anpacken und weiterführen
Das Ohr beim Volk haben
Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ich als Stadtpräsident nicht alle Wünsche der Arbonerinnen und Arboner erfüllen könnte. Aber ich kann ihre Kritik und Anregungen ernst nehmen und in den Erwägungen von Stadtrat und Stadtparlament berücksichtigen. In meinen 18 Jahren als Pfarrer in Arbon habe ich bewiesen, dass das möglich ist.
Mittelfristig Steuern senken
Arbon soll nicht mit hohen Steuern, sondern mit hoher Lebensqualität identifiziert werden. Unsere Stadt muss steuerlich attraktiv sein. Nur so gelingt es, Neuzuzüger für unsere tolle Stadt zu begeistern und dadurch zusätzliche Steuerzahler zu gewinnen.
Bei all dem dürfen wir die weniger privilegierten Einwohnerinnen und Einwohner nicht vergessen. Steuererleichterungen dürfen nicht auf ihre Kosten gehen. Fast wöchentlich stehen Leute vor meiner Pfarrhaustüre, die weniger Glück im Leben hatten. Ich weiss, dass einige heftig untendurch gehen.
Gewerbe & Tourismus stärken
Auch als Werk- und Wirtschaftsstandort muss Arbon steuerlich wettbewerbsfähig sein. Gute Bedingungen für das Gewerbe helfen, bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue nach Arbon zu holen. Dafür müssen wir im Rahmen der Stadtentwicklung einen Schwerpunkt setzen auf zusätzliche Gewerbeflächen für interessante Unternehmungen.
Ich bin überzeugt von der Stärke unserer sozialen Marktwirtschaft, in welcher die Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermassen zum Tragen kommen. Im konstruktiven Dialog finden wir Lösungen für einen fairen, offenen und flexiblen Arbeitsmarkt. Dabei muss auch der nachhaltige Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen eine Selbstverständlichkeit sein.
Arbons Lage am See ist kaum zu überbieten. Diese gilt es für den Tourismus zu nutzen. Zur Zeit entstehen Hotels auf dem Areal Werk 2 und in unmittelbarer Seenähe. Das Schloss Arbon bietet zusätzliches Potenzial. All das sind Chancen, Wertschöpfung zu generieren: Wer den See, die Altstadt oder eine kulturelle Einrichtung besucht, kann danach in Arbon gediegen essen und gemütlich übernachten.
Die Jugend on board holen
Die Jugend ist nicht nur unsere Zukunft, sie ist auch ein Teil unserer Gegenwart. Arbon trägt zwar das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde», aber wir haben definitiv Luft nach oben. Deshalb möchte ich ein Jugendparlament realisieren, um zusammen mit den Jugendlichen Angebote zu entwickeln. So werden sie eingebunden in die Entwicklung jugendgerechter Angebote.
Mit dem Jugendparlament holen wir die Jugend on board – und mit ihnen auch ihre Eltern. Wir ermöglichen politische Bildung und Mitwirkung. Wir bewirken ein neues Verantwortungsbewusstsein unter Jugendlichen: Arbon ist auch ihre Stadt.
Ein wichtiger Teil der Kinder- und Jugendarbeit wird von den vielen Arboner Vereinen geleistet. Deshalb will ich sie unterstützen. Die unzähligen Freiwilligen, die oft einen grossen Teil ihrer Freizeit für ihren Verein und somit für das Gemeinwohl opfern, müssen wissen und spüren, dass sie im Stadthaus einen Ansprechpartner haben.
Altstadt & Seepromenade entwickeln
Arbon hat eine schöne Altstadt. Wir müssen sie pflegen und weiterentwickeln. Der aktuelle Stadtrat ist hier seit längerem dran. Seine Arbeit will ich zielgerichtet weiterführen, damit wir uns möglichst bald über eine attraktivere Altstadt freuen können.
Die Lage am See ist ein riesiges Privileg. Schade ist bloss, dass sich die Seepromenade im Moment fast nur dazu eignet, am See entlang zu spazieren. Deshalb möchte ich sie aufwerten und sachte beleben.
Die Situation im Schloss Arbon verändert sich mit dem Auszug der Migros Clubschule. Zudem soll der frühere Marktplatz als Begegnungsort gestaltet werden. Beides bietet die Chance, Altstadt und Seepromenade neu miteinander zu verbinden.
Bildung, Kultur & Umwelt fördern
Bildung ist Kultur ist Umweltbewusstsein. In Arbon haben wir die Chance, Bildungseinrichtungen anzusiedeln. Die Fachhochschule Ost und die Uni St. Gallen klagen über Platzmangel – warum nicht hier in Arbon einen Aussenstandort entwickeln?
Arbon ist reich an Kultur: Musikschule, Konzerte, Museen, Galerien usw. Haben wir mit dem «ArboPark» vielleicht bald auch ein neues Freizeitzentrum für Jugendliche und Familien? Fördern wir die Kultur, fördern wir die Lebensqualität.
Die Aussage «Mein Auto fährt auch ohne Baum» war früher schon unsinnig. Das Umweltbewusstein in der Bevölkerung steigt. Ein Kompliment an den Arboner Stadtrat, der das «Energielabel gold» anstrebt und die «Energiecharta für Städte und Gemeinden» unterzeichnet hat. Dieser Weg ist konsequent fortzuführen. Dazu gehört eine Lösung für den Langsamverkehr. Dazu gehört auch der Arboner Energiefond, der Private und Gewerbe bei der Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien finanziell unterstützt. Das ist der richtig Weg: Anreize sind wirkungsvoller als Gesetze, Eigenmotivation ist nachhaltiger als Verbote.
Harry als Person
Ich bin Vater von zwei erwachsenen Söhnen und lebe mit Jacqueline Jäger, meiner Partnerin, zusammen. Kürzlich haben wir hier ein Haus gekauft. In Arbon liegt unsere Zukunft.
Zunächst habe ich eine KV-Lehre zum Versicherungskaufmann absolviert, später auf dem zweiten Bildungsweg die Matura nachgeholt und in Prag, Zürich und Basel Theologie studiert. An der Universität St. Gallen habe ich den Executive Master of Business Administration in General Management erworben. Ich bin Vizepräsident des Stiftungsrates und des Geschäftsleitenden Ausschusses der Pensionskasse Perkos, Mitglied der Betriebskommission Regionales Pflegeheim Sonnhalden Arbon und seit Jahren Mitglied der Synode, d.h. dem kantonalen Parlament der Evangelischen Kirche des Kantons Thurgau.
Theologie – Wirtschaft – Finanzen: Das ist zwar eine aussergewöhnliche, aber genauso spannende Kombination. Ich vereine kommunikative, soziale und Finanzkompetenzen. Das ist ein guter Rucksack für das Arboner Stadtpräsidium.
Ich habe die Kandidatur von Harry Ratheiser mit grosser Freude entgegengenommen. Ich schätze seine ruhige, bestimmte und engagierte Art sehr. Ganz besonders beeindrucken mich seine hervorragenden Kommunikationsfähigkeiten. Arbon hätte mit ihm wieder einen einheimischen Stadtpräsidenten, der Arbon und viele Menschen in Arbon persönlich kennt.